FCG Worms
Braille-Bibeln
Blind die Bibel lesen
Vor 200 Jahren erfand Louis Braille eine Schrift, die Blinden das Lesen ermöglicht. Sie bleibt bis heute wichtig für ihre Teilhabe am gesellschaftlichen und kirchlichen Leben, doch dafür braucht es auch die Unterstützung der Sehenden.
Die ersten Anzeichen der Sehverschlechterung bei Andreas ¬Chrzanowski begannen bereits mit elf Jahren. Er bemerkte, dass er im Dunkeln weniger sehen konnte, bis nach und nach die Farben verblassten und seine Sicht trüber wurde. Ein immer engerer Tunnelblick führte schließlich dazu, dass er mitten im Theologiestudium komplett erblindete.
An der Umsetzung der Lutherbibel in Brailleschrift hat Chrzanowski selbst mitgearbeitet. Neben gedruckten Braille-Bibeln gewinnen digitale Angebote zunehmend an Bedeutung, da sie viele Menschen im Alltag unterstützen und barrierefrei gestaltet sind. Die Deutsche Bibelgesellschaft bietet neben Braille-Bibeln auch Großdruck-Ausgaben und Hörbibeln an, die ebenfalls eine wichtige Alternative für sehbehinderte Menschen darstellen.
Sehbehinderte fühlen sich unsichtbar
Für Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung stehen Braille-Bibeln und weitere Medien in spezialisierten Leihbüchereien zur Verfügung. Die Blindenstudienanstalt Marburg und die Deutsche Blinden-Bibliothek bieten über 70.000 Medien zur kostenfreien Ausleihe an, darunter auch die Lutherbibel 2017 und die „Basisbibel“ in Braille. Diese Einrichtungen sind für viele blinde Menschen ein unverzichtbarer Zugang zu Bildung und Glaubensleben.
Viel Entwicklungspotenzial bei der Inklusion
Er setzte sich deshalb dafür ein, dass Gemeinden eine Willkommenskultur für blinde und sehbehinderte Menschen entwickeln. Fortbildungen und Sensibilisierungsangebote würden Verantwortlichen helfen, besser auf die Bedürfnisse einzugehen. Eine einfache Frage wie „Wie können wir helfen?“ könne den Unterschied machen, erklärt er.
PRO das christliche Medienmagazin
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14/08/2024
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