LICHTBLICKE-DEMENZSTRATEGIE

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12/05/2026

Heute ist Internationaler Tag der Pflegekräfte.
Zeit für Anerkennung. Aber auch für Ehrlichkeit.

Eine aktuelle Befragung des DBfK unter über 3.000 Pflegenden zeigt ein widersprüchliches Bild:

Viele erleben ihren Beruf weiterhin als sinnstiftend. Gleichzeitig denken zahlreiche Pflegekräfte darüber nach, den Beruf zu verlassen oder können sich nicht vorstellen, bis zur Rente in der Pflege zu arbeiten.

Nicht weil ihnen Menschen egal geworden sind.
Sondern weil gute Pflege unter schlechten Bedingungen auf Dauer krank machen kann.

Pflege braucht deshalb mehr als warme Worte:

verlässliche Personalsituationen

Führung, die Orientierung und Rückhalt gibt

Zeit für Beziehung und Fallverstehen

echte Beteiligung der Mitarbeitenden

Strukturen, in denen person-zentrierte Pflege überhaupt möglich wird

Trotz allem sind es jeden Tag Pflegende, die Stabilität, Würde und Menschlichkeit in den Alltag vieler Menschen bringen.

Dafür: Danke.
Heute. Und nicht nur heute.

11/05/2026

Delir im höheren Lebensalter - Etwa 40 % aller Delirien gelten als vermeidbar.

Das Delir ist eines der häufigsten und zugleich am leichtesten übersehenen akuten Krankheitsbilder im höheren Lebensalter. Es ist kein normales Zeichen des Alterns und auch keine bloße „Verwirrtheit“, die man zunächst abwarten sollte. Die aktuelle S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“ beschreibt das Delir als akut auftretendes neuropsychiatrisches Syndrom mit somatischer Ursache. Vereinfacht gesagt handelt es sich um eine akute Störung der Hirnfunktion, die durch körperliche Belastungen, Erkrankungen, Medikamente oder mehrere zusammenwirkende Faktoren ausgelöst wird.

Ein Delir ist damit ein medizinisch-pflegerischer Notfall.

Für die Pflege ist das Thema deshalb so bedeutsam, weil Pflegende Veränderungen im Alltag häufig zuerst bemerken: Eine Bewohnerin ist plötzlich ungewöhnlich still, ein Patient spricht wirr, eine sonst orientierte Person findet sich nach einem Ortswechsel nicht mehr zurecht oder ein Mensch mit Demenz wirkt „anders als sonst“. Gerade solche Beobachtungen sind klinisch wertvoll. Sie können darüber entscheiden, ob ein Delir früh erkannt, die Ursache behandelt und schwerwiegende Folgen vermieden werden.

Für Pflegeeinrichtungen ist Delirmanagement zugleich mehr als eine Frage einzelner pflegerischer Maßnahmen. Es ist eine Organisationsaufgabe. Die neue S3-Leitlinie ist ausdrücklich interdisziplinär, interprofessionell und transsektoral angelegt. Sie verbindet Delirprävention, Delirscreening, Diagnostik, Therapie und Nachsorge über Krankenhaus, ambulante Versorgung und Langzeitpflege hinweg.

Damit wird deutlich: Gute Delirversorgung hängt nicht nur vom Wissen einzelner Mitarbeitender ab, sondern auch davon, ob Risiken sichtbar werden, Informationen weiterlaufen und im Team verlässliche Abläufe bestehen.

Weiterlesen: https://lichtblicke-demenzstrategie.bayern/blog-details/delirmanagement-im-alter-vorbeugen-erkennen-und-begleiten-im-pflegealltag.html

30/04/2026

Langeweile bei Menschen mit Demenz verstehen und wirksam begegnen

Wer mit Menschen mit Demenz arbeitet, kennt Situationen, die auf den ersten Blick unspektakulär wirken: Eine Bewohnerin sitzt lange am Fenster und blickt vor sich hin. Ein Bewohner läuft wiederholt den Flur auf und ab. Eine andere Person wird schnell gereizt, wenn nichts „los“ ist, lehnt Angebote aber scheinbar ebenso schnell wieder ab. Im Alltag werden solche Situationen oft unter Schlagwörtern wie Unruhe, Passivität, Apathie oder „schwieriges Verhalten“ eingeordnet. Der Begriff Langeweile fällt dagegen erstaunlich selten. Genau das ist problematisch. Denn Langeweile ist bei Menschen mit Demenz kein Nebenthema, sondern ein ernstzunehmendes pflege- und betreuungsrelevantes Phänomen. Neuere Forschung aus der stationären Langzeitpflege zeigt, dass Bewohnerinnen und Bewohner mit Demenz einen großen Teil ihres Tages ohne Aktivität verbringen; in einer Untersuchung waren es 47,5 % der beobachteten Zeit. 62,5 % der Teilnehmenden berichteten Langeweile, bei 18,5 % war sie ein ständiger oder prägender Zustand.

Weiterlesen:
https://lichtblicke-demenzstrategie.bayern/blog-details/langeweile-bei-menschen-mit-demenz-verstehen-und-wirksam-begegnen.html

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