Auxell Coaching - Tanja Stephanie Rug
04/06/2026
In Meditationen, die ich während meiner Trainings anleite, spüre ich in der Gruppe meistens zwei Lager. Für die einen ist dieser Ort der Stille eine Ruheoase. Für die anderen ist es eine eher unangenehme Situation, aus der sie am liebsten fliehen würden.
Das ist kein Zufall. In Momenten der Stille, ganz ohne äußere Reize, ohne schnelle Ablenkung, kommst du mit dir selbst nah in Kontakt.
Stille bedeutet hier, dass du deinem Kern begegnest mit all dem, was in diesem Moment da ist – auch dem, was du gerade lieber verdrängen würdest. Gedanken, Gefühle, Sorgen, Ängste, Wünsche.
Wer sich selbst “aus dem Weg geht”, hat dafür meistens einen Grund. Es ist ein Zeichen dafür, dass dein Inneres und Äußeres nicht in Einklang sind.
Eine starke Fassade und wahres Selbstbewusstsein sehen von außen oft ähnlich aus, doch im Innen liegt ein großer Unterschied.
Echtes Selbstbewusstsein bedeutet, dich selbst zu kennen; mit allem, was dazu gehört (auch mit all den Zweifeln und Unsicherheiten). Es bedeutet, dass du dich annehmen kannst, deine eigene Gesellschaft “aushältst”, auch wenn es mal unangenehm wird.
Die Psychologie nennt diesen Zustand Selbstkongruenz: die Übereinstimmung zwischen dem, wer du wirklich bist und dem, wie du nach außen auftrittst.
Je größer die Übereinstimmung ist, desto leichter kann es für dich sein. Gefühle sind ausgeglichen und Entscheidungen fallen klarer. Beziehungen werden echter und das, was du tust, fühlt sich einfach stimmiger an.
Wie fühlst du dich, wenn du in Stille bist?
18/05/2026
Ich kann mich an ein Gespräch mit einer Kundin erinnern, das mich lange begleitet hat. Sie sagte zu mir: „Mir geht es schon so lange schlecht, aber ich will nicht diejenige sein, die das Familienbild stört."
Sie hatte jahrelang schmerzlich geschwiegen, aus falscher Rücksicht.
Irrtümlicherweise denken wir zu oft, dass wir andere, uns nahestehende Personen durch unser Schweigen schützen, dass wir ihnen die Wahrheit nicht zumuten können. Vielleicht hängt das auch mit dem Selbstbild zusammen, das wir nach außen wahren wollen.
Doch Schweigen über den eigenen mentalen Zustand kostet. Immer. Irgendwen, irgendwas.
Die Schauspielerin Glenn Close zeigt eindrücklich, dass sich solche (Familien-)muster durchbrechen lassen:
Obwohl in ihrer Familie nie über mentale Gesundheit und die Gefühle, die damit einhergehen, gesprochen wurde, stand und steht sie ihrer Schwester mit bipolarer Störung immer bei.
Aus ihrer gemeinsamen Geschichte entstand “Bring Change to Mind”, eine der bekanntesten Organisationen für mentale Gesundheit in den USA.
„Was mentale Gesundheit braucht, ist mehr Licht, mehr Offenheit und mehr Gespräche ohne Scham."
– Glenn Close
Welches Gespräch wartet bei dir noch darauf, geführt zu werden?
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