Listenplatz 10

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30/04/2026

AfD/CDU/FDP-Faktencheck 13: Das Märchen von der sicheren, billigen Atomkraft

40 Jahre ist die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl nun her und 15 Jahre die von Fukushima. Dennoch erfreut sich die Atomlobby wieder steigender Beliebtheit. Die Union will zurück zur Kernenergie und erhält dabei Unterstützung von der FDP und AfD. Der Atomausstieg sei falsch gewesen, tönt es vor allem von rechtskonservativen Medien. Deren Narrative werden eifrig von den indoktrinierten Konsumenten verbreitet, die überhaupt nicht hinterfragen, wessen Interessen sie da vertreten. Zeit, mit den größten Mythen der Atomlobby aufzuräumen!

Mythos 1: Atomkraft sei sicher

Diese These 40 Jahre nach Tschernobyl immer noch zu vertreten, ist schon ziemlich steil. Dabei wird gerne darauf hingewiesen, dass es sich um alte russische Technologie gehandelt habe, die man nicht mit westlichen Kernkraftwerken vergleichen könne. Sämtliche Vorfälle außerhalb des ehemaligen Ostblocks werden dabei selbstverständlich verschwiegen. Doch auch in den USA, Großbritannien, Frankreich und anderen Ländern kam es immer wieder zu Unfällen, bei denen Menschen verstrahlt wurden. Die Listen im Internet konzentrieren sich meist auf die größeren Ereignisse und sind daher unvollständig. Deutschland taucht oft gar nicht auf, doch auch hierzulande kam es schon zu kleineren Störfällen, bei denen ebenfalls Menschen verstrahlt worden sind.

Quelle 1: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Unf%C3%A4llen_in_kerntechnischen_Anlagen

Quelle 2: http://www.atomunfall.de/

Die Atomstrombefürworter tun das alles mit dem Verweis auf menschliche Fehler ab, die Technologie habe sich derweil weiter entwickelt und sei heute viel sicherer. Doch zum einen waren die deutschen Atomkraftwerke allesamt alt und zum anderen können menschliche Fehler auch in Zukunft nicht ausgeschlossen werden.

Hinzu kommen Gefahren durch Kriege, wie aktuell in der Ukraine sowie dem Iran, und natürlich unvermeidbare Naturgewalten, wie jene, die das AKW in Fukushima zerstört hat. Japan setzt dennoch weiter auf Atomkraft, als wäre es eine tolle Idee, Kernkraftreaktoren am pazifischen Feuerring zu errichten, wo permanent mit Vulkanausbrüchen, Erdbeben und Tsunamis gerechnet werden muss. Godzilla gefällt das! Dem Ökosystem des Pazifiks eher weniger.

Auch Deutschland ist alles andere als andere als ein sicherer Standort. So musste das 1986 in Betrieb genommene Kernkraftwerk Mühlheim-Kärlich nordwestlich von Koblenz nach nur 30 Monate später wieder abgeschaltet werden, da man beim Baugenehmigungsverfahren übersehen hatte, dass der Rheingraben eine Erdbebenspalte ist. Der Abriss dieses Millionengrabes ist aktuell noch im Gange. Wer die nächste Bauruine versichern will, ist mehr als fraglich, denn kaum ein Versicherungskonzern will das Risiko einer absehbaren Katastrophe tragen.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_M%C3%BClheim-K%C3%A4rlich

Kommen wir nach den ganzen Pannen am Ende noch zur Versorgungssicherheit. Bekanntlich müssen AKWs an Flüssen gebaut werden, denn sie brauchen Unmengen an Kühlwasser. In Thüringen wird die AfD wohl keine Meiler bauen können, denn Bäche wie die Nesse, Apfelstädt oder Gera geben das einfach nicht her. Teilweise gilt das aber auch für große Flüsse wie den Rhein, der vor einigen Jahren im Sommer einen solch niedrigen Pegelstand hatte, dass man bei Bingen zu Fuß auf die Insel des Mäuseturms laufen konnte. Frankreich muss seine AKWs inzwischen jeden Sommer aufgrund von Kühlwassermangel herunterfahren. Kernkraftwerke bieten also nicht einmal Versorgungssicherheit und das macht sie auch aus wirtschaftlicher Sicht unattraktiv.

Mythos 2: Atomkraft sei billig

Da wären wir schon beim nächsten Punkt. Kernenergie sei kostengünstig, heißt es von Seiten der Atomkonzerne. Dabei verschweigen sie, dass ihre AKWs mit Millionen an Steuergeldern subventioniert worden sind. Gerade die AfD, die alle staatlichen Subventionen abschaffen möchte, sollte also sehr vorsichtig sein, Atomstrom an „billig“ anzupreisen.

Hinzu kommt das Problem des Atommülls, für den es immer noch kein Endlager gibt. Die Umweltschäden, wie sie zum Beispiel durch verrostete Fässer im ehemaligen Salzbergwerk Asse bereits entstanden sind, kommen noch on Top drauf. Man konnte ja nicht ahnen, dass Salz die Behälter schneller rosten lässt. Aber für das Problem haben die Radioaktivisten schon eine Lösung parat: Alte Brennstäbe einfach aufarbeiten und wiederverwenden! Dumm nur, dass dieser Prozess extrem aufwendig und ineffizient ist. Das würde die Kosten noch einmal ordentlich in die Höhe treiben. Und am Ende bliebe immer noch Atommüll übrig, denn ewig lassen sich alte Brennstäbe nicht aufarbeiten.

Ein weiteres Negativbeispiel sind die Altlasten der Wismut bei Ronneburg. Ja, auch der Uranabbau hinterlässt Spuren, die teuer wieder aufgearbeitet werden müssen. Zum Glück wird dort heute nichts mehr abgebaut. Allerdings bedeutet das wiederum, dass Deutschland Uran importieren müsste. Wer also argumentiert, Atomkraft würde uns aus der Ölabhängigkeit befreien, die uns aktuell durch den Irankrieg auf die Füße fällt, treibt uns gleich wieder in die nächste Abhängigkeit. Und von wem könnten wir Uran bekommen? Natürlich von Russland! Es sollte nicht verwundern, warum ausgerechnet die AfD für die Rückkehr zum Atomstrom wirbt. Da kann sich neben Gazprom gleich noch Rosatom freuen.

Mythos 3: Atomkraft sei umweltfreundlich und kerngesund

Atomenergie wurde nicht allen Ernstes von der EU 2022 als ökologisch nachhaltig eingestuft. Immerhin sei die CO2-Bilanz super. Gleichzeitig wurde übrigens auch Gaskraft als nachhaltig eingestuft, trotz CO2-Ausstoß. Allein das zeigt schon, dass es sich hier um reines Greenwashing handelt. Und während man auf der einen Seite CO2 einspart, kommt am anderen Ende der Gleichung jede Menge Radioaktivität raus. Sehr nachhaltig! Vor allem, weil der Atommüll noch in Jahrmillionen vor sich hin strahlen wird, wenn sich unser heutiger CO2-Ausstoß längst wieder verflüchtigt hat. Bäume wachsen irgendwann nach und werden dann das CO2 wieder aufnehmen, aber vielleicht werden sie dann Tentakel haben.

Doch nicht nur am Atommüll wird die Natur noch lange nach dem Verschwinden der Menschheit Freude haben. Bereits beim Uranabbau entstehen radioaktive Abraumhalden. Und wer jetzt mit Arbeitsplätzen argumentiert, den erinnere ich gerne an das Schicksal der Wismut-Kumpel, von denen die meisten nicht sehr alt geworden sind. Uran ist ja nicht nur umweltschädlich, sondern ebenso schlecht für die Gesundheit. Mein eigener Großvater war bei der Wismut und starb mit Mitte 60 an Lungenkrebs. Mit diesem Argument sollte man sich also nicht ködern lassen, denn es handelt sich nachweislich um einen Giftköder.

Zwar werden die Atomkonzerne sowie CDU, FDP und AfD durchaus Wort halten, wenn sie uns eine „strahlende Zukunft“ versprechen, doch sollte man hier auf die Doppeldeutigkeit achten. Arbeitsplätze werden übrigens genauso durch die Energiewende hin zu regenerativen Erzeugungsmethoden geschaffen.

Mythos 4: Regenerative Energien könnten unseren Strombedarf nicht decken

Inzwischen gewinnt Deutschland rund 60% seines Stroms aus regenerativen Energien. Der große Blackout, vor dem die Atomkraftbefürworter ständig Panik verbreiten, ist bisher ausgeblieben. Der wird wohl auch erst eintreten, wenn die AfD die „Windmühlen der Schande“ abreißen lässt, die 30% unseres Energiemixes ausmachen. Doch schon kommt das Argument, dass wir bereits jetzt Stromimporte benötigen. Ja, das stimmt, weil der Ausbau an erneuerbaren Energien noch nicht abgeschlossen ist und es an Pumpspeicherwerken mangelt, die Überschüsse abfangen, um sie später bei Leistungsabfällen nutzbar zu machen.

Jedenfalls ist das Argument, dass nicht genügend regenerative Energie da wäre, völliger Unsinn. Allein die Sonne kann den Strombedarf von Deutschland problemlos decken, ja sogar den der gesamten Menschheit über Jahrmilliarden! Klar, die Sonne scheint nicht immer und auch der Wind bläst nicht immer. Deshalb brauchen wir ja beides. Und wenn’s mal wolkig und windstill ist, gibt es immer noch Erdwärme. Das Argument, dafür müsste man viel zu tief bohren, was unfassbar teuer wäre, gilt dabei nicht überall. Es hängt ganz von der Region ab. Unter der Eifel liegt Europas größter Supervulkan und auch Wiesbaden hat warme Quellen. Da muss man nicht sonderlich tief graben.

Im Prinzip sind alle Argumente der Atomkraftbefürworter bloß Scheinargumente, die immer absurder werden, je länger man ihnen zuhört. Erst kürzlich musste ich lesen, dass Deutschland trotz 60% erneuerbarer Energie einen höheren CO2-Austoß hat als Frankreich. Logisch, denn Frankreich setzt ja auf Atomstrom, während die restlichen 40% in Deutschland aus Kohle-, Öl- und Gaskraftwerken stammen. Das ist aber kein Argument für Kernenergie, denn sobald wir 100% erneuerbare Energien haben, wird unsere CO2-Bilanz ausgeglichen, ohne, dass wir radioaktiven Müll produzieren.

Den Radioaktivisten bleibt am Ende also nur noch, die regenerativen Energien zu diffamieren. Solarzellen und Windkrafträder seien umweltschädlich, bei der Produktion entstehe CO2 und der Müll wäre giftig. Doch stellt man die Produktion einer Solarzelle mit ihrer Lebensdauer und dem gewonnenen Strom in Relation sieht die Bilanz schon anders aus. Natürlich kann man die Effizienz und Lebensdauer noch weiter steigern und ein Verbot von geplanter Obsoleszenz wäre ebenfalls hilfreich.

Bei der Windenergie gibt es derweil längst Alternativen zu den umweltschädlichen Flügelblättern, die tatsächlich als Sondermüll enden. Blätter aus Holz sind zu 99% biologisch abbaubar. Damit möchte ich an dieser Stelle enden. Auf die Desinformationskampagnen bezüglich Windenergie bin ich bereits im AfD-Faktencheck Nr. 3 eingegangen. Einfach runter scrollen oder in die Suchfunktion eingeben.

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