ClickRhein
23/03/2026
Heute starten wir in unsere Themenwoche Barrierefreies Entdecken! Wir möchten zeigen, wie Ausflüge mit Barrierefreiheit gestaltet werden können und warum der Abbau von Barrieren für uns alle wichtig ist. 💡
Dafür haben wir gemeinsam mit unseren Kolleg*innen das inklusive Angebot des LVR-Landesmuseums Bonn erkundet. 👀
Im Laufe der Woche zeigen wir euch…
🦻 wie die Videos in Deutscher Gebärdensprache T*tauben Menschen direkte Einstiege in die Themen und Objekte in den Ausstellungen geben,
🛋️ wie der Museumsbesuch für Personen mit Gehbehinderungen, chronischen Schmerzen oder Erschöpfung unter anderem durch Aufzüge und gut platzierte Sitzgelegenheiten entspannter wird,
🦯 wie inklusive Stationen Geschichten und Exponate für sehbehinderte und sehende Menschen mit allen Sinnen erlebbar machen
🎧 und wie das „Stille Museum“ unter anderem für neurodivergente Personen eine entschleunigte und reizreduzierte Umgebung schafft.
Das Ziel von Barrierefreiheit ist es, die von Menschen gestaltete Umgebung möglichst für alle zugänglich zu machen. Für Menschen mit Behinderungen ist der Abbau von Barrieren zwingend notwendig, um in Würde zu leben und an der Gesellschaft teilzuhaben – beides sind grundlegende Rechte.
Menschen mit Behinderungen sind sehr divers: Es gibt unsichtbare und sichtbare Behinderungen. Viele behinderte Menschen haben mehr als eine Behinderung und machen zusätzlich noch andere Diskriminierungserfahrungen. Der Abbau von Barrieren ist ebenso vielfältig, kann aber im Alltag oft auch niedrigschwellig umgesetzt werden.
Daher ist der wertschätzende Austausch über die gelebte Erfahrung besonders wichtig, um Barrierefreiheit nachhaltig voranzutreiben. Generell gilt: Keine Konversation über uns ohne uns!
Um einen Ausflug zu planen, müssen behinderte Menschen im Vorfeld häufig umfassende Recherche und Organisation betreiben. Auf der Webseite des LVR-Landesmuseums Bonn findet ihr daher viele Informationen zum Besuch generell sowie zur Barrierefreiheit. Die Mitarbeitenden vor Ort helfen euch ebenfalls gerne weiter.
Neugierig geworden? Dann schaut im Laufe der Woche wieder bei uns rein!
✍️ Antonia Frinken
📸 Antonia Frinken / LVR – CC BY 4.0
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19/03/2026
Am 22. Oktober 1983 demonstrierten 650.000 Personen in einem ehemaligen kurfürstlichen Hofgarten für den Frieden.📣 Wie kam es dazu?
Zum ersten Tag der Demokratiegeschichte am 18. März stellen wir euch heute den Bonner Hofgarten vor. 🌳
Kurfürst Joseph Clemens von Bayern war von 1688 bis 1723 Erzbischof von Köln. Während seiner Amtszeit ließ er das Residenzschloss in Bonn mitsamt den Gärten neu errichten. Seine Nachfolger gestalteten Schloss und Garten immer wieder um.🌼💰
Nach der Gründung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität 1818 und ihrem Einzug ins Schloss gab es verschiedene Pläne zur Bebauung des Hofgartens, die jedoch allesamt scheiterten. 🏗️❌
In der Zeit der Bonner Republik wurde der Hofgarten zu einem Schauplatz für Proteste, Kundgebungen und Demonstrationen, der von verschiedenen Gruppen genutzt wurde. ☮️
1968 kam es zu einer ersten Massenkundgebung, als etwa 60.000 Menschen gegen die von der Bundesregierung verabschiedeten Notstandsgesetze demonstrierten. Danach wuchsen die Demonstrationen stetig weiter: 1979 protestierten circa 100.000 Personen gegen Kernenergie. 1981 versammelten sich sogar 300.000 Menschen gegen den NATO-Doppelbeschluss. Am 22. Oktober 1983 gingen allein in Bonn – unter anderem im Hofgarten – etwa 650.000 Demonstrierende für den Frieden und gegen Aufrüstung auf die Straße. Bundesweit waren es 1,3 Millionen. 🕊️🌍
1984 kam es zu einem Rechtsstreit, der mehr als 10 Jahre andauern sollte. Als Eigentümerin des Hofgartens erstritt sich die Universität das Recht, große Veranstaltungen zu untersagen. Gründe waren etwa die Störung des Universitätsbetriebs sowie die teure Instandsetzung der Rasenfläche. 🔊🪴
Als der Rechtsstreit beigelegt wurde, war Bonn nicht länger Bundeshauptstadt und große Demonstrationen fanden nun vor allem in Berlin statt. 🐻
Seit 2019 nutzt die Klimabewegung „Fridays for Future“ die Grünanlage – damit behält der Hofgarten seine Bedeutung als lebendiger Ort der Demokratiegeschichte.
✍️ Antonia Frinken
📸 1 © Hans Weingartz – CC0, 2 © Wolkenkratzer – CC BY SA 4.0, 3 © Rob Bongaerts / Anefo, alle via wikimedia commons, 4 © Franz-Josef Knöchel / LVR – CC BY 4.0
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13/03/2026
🦫Morgen ist Weltstaudammtag! Wir nehmen euch heute schon mit zum zweitgrößten Stausee Deutschlands - einer Talsperre in der Nordeifel.💧
Die Rurtalsperre Schwammenauel bei Heimbach wurde 1934 - 1938 als Erd- und Steinschüttdamm mit innerer Lehmdichtung errichtet und 1939 in Betrieb genommen. Sie ist 77,4 Meter hoch und staut die Rur sowie elf weitere, kleinere Zuflüsse zum Rurstausee auf. Dieser hat eine Fläche von knapp 8 Quadratkilometern und windet sich in Schleifen durch die Landschaft um den Kermeter. Eine Besonderheit ist die bewaldete Insel Eichert im nördlichen Teil des Sees. 🌳
Der Hauptzweck der Rurtalsperre ist die Regulierung des Wasserstandes der Rur, um Hochwasser zu vermeiden. Darüber hinaus decken die nicht permanent laufenden Wasserkraftwerke in Schwammenauel und Heimbach Spitzen im Stromverbrauch der Region ab.🔌
Aus dem Obersee genannten Vorbecken wird außerdem Rohwasser entnommen, das dann durch Stollen über die Kalltalsperre und von dort in die Trinkwasseraufbereitungsanlage bei der Dreilägerbachtalsperre geleitet wird. Der Obersee unterliegt daher strengeren Nutzungsauflagen als der Hauptsee. 🚰
Der Rurstausee und sein Umland werden auch für Tourismus und Wassersport genutzt: Es gibt mehrere Badestrände sowie Ausflugsschiffe. Die Talsperre ist zudem ein beliebtes Ziel für Wanderausflüge. ⛵🏊♂️🥾
Am Ende des Zweiten Weltkriegs kam den Talsperren in der Nordeifel eine besondere Bedeutung zu. Zum Jahreswechsel 1944/1945 waren sie Teil der sogenannten Rurfront und wurden daher – abgesehen vom Urftstausee – ab September 1944 von Flugabwehrkanonen geschützt. Wehrmachtssoldaten sprengten in der Nach vom 9. auf den 10. Februar Stollen der Urfttalsperre und der Rurtalsperre. Die Flut verlangsamte die vorrückenden amerikanischen Truppen.
Die zerstörte Infrastruktur der Talsperren wurde nach dem Kriegsende wiedererrichtet.️
Während des Dauerregens, der im Juli 2021 zur Flutkatastrophe führte, wurde die in den Rurstausee fließende Wassermenge erhöht. Trotzdem kam es zum Überlaufen der Talsperre.
✍️ Antonia Frinken
📸 1 © EveryPicture, CC BY-SA 3.0; 2 © Leonhard Lenz, CC0, 3 © Steffen Heinz (Caronna (talk)), CC BY 3.0 – alle via wikimedia commons
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