PARROTTA CONTEMPORARY ART

PARROTTA CONTEMPORARY ART

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Photos from PARROTTA CONTEMPORARY ART's post 02/07/2026

Lois Weinberger prägt seit Ende der 80er Jahre die kunsttheoretische Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Kunst und Natur. Er versteht sich selbst als eine Art Feldforscher und setzt sich bewusst von romantisierenden Naturvorstellungen ab. Er befasste sich intensiv mit Brachflächen und deren spontaner Ruderalvegetation. Diese vom Menschen weitgehend unbeeinflussten Räume begreift er als Gegenmodell zu einer auf Kontrolle und wirtschaftliche Verwertung ausgerichteten Gesellschaft. Neben der Auseinandersetzung mit natürlichen und urbanen Landschaften thematisieren seine Werke auch gesellschaftliche Mechanismen wie Ausgrenzung, Kontrolle und Grenzziehungen. Während seines Stipendienaufenthalts im Künstlerhaus Bethanien in Berlin in den Jahren 1994/95 erforschte Weinberger regelmäßig die ehemaligen Grenzgebiete zwischen Ost- und Westberlin. Besonders interessierte ihn die Pflanzenwelt, die sich auf dem früheren Todesstreifen ungestört entwickeln konnte. Die dort vorkommenden Arten dokumentierte, untersuchte und integrierte er teilweise in andere künstlerische Kontexte. Die Erfahrungen aus dieser Zeit beeinflussten sein späteres Werk nachhaltig. Die Arbeit „Eigenbedarf“ von 1919 war Titel einer Gruppenausstellung in den Berliner Uferhallen (2019). Thematisiert wurde die Verdrängung von Künstler*innen durch Immobilienentwicklung und steigende Mieten. Weinberger gehörte zu den rund 65 beteiligten Künstler*innen. Dass der Standort heute langfristig gesichert ist, kann als bedeutender Erfolg dieses kulturpolitischen Engagements verstanden werden – auch wenn sich das Gelände weiterhin im Wandel befindet.





Köln Galerien

Photos from PARROTTA CONTEMPORARY ART's post 25/06/2026

Thomas Rentmeister
Skulpturenpark Ruhr,Herdecke
27. Juni bis 27. September 2026

Heute ging die Arbeit auf die Reise und hinterlässt in unserem Park vorübergehend eine Lücke. Wir freuen uns auf einen neuen Blick und den Besuch der Eröffnung des Skulpturenparks Ruhr am Samstag, den 27. Juni 2026.

Nach Stationen in der Kunsthalle Nürnberg, Schlosspark Bad Homburg, wechselt die Arbeit Square Tubes (Looping) von Thomas Rentmeister aus dem Park der Burg Lede vorübergehend ihren Standort in den Skulpturenpark Ruhr der Dr. Carl Dörken-Stiftung in eine von Georg Elben kurierte Ausstellung.

Wie in früheren Arbeiten nutzt Rentmeister auch hier Haushaltsmaterialien aus industrieller Fertigung. Die miteinander verbundenen Lüftungskanäle wirken im Burgpark deplatziert und es stellt sich die Frage nach möglicherweise irregulären Vorgängen und Baumaßnahmen, auf welche sie verweisen. Dabei vollführt dieser dysfunktionale Lüftungsschacht ein absurd gut gelauntes Looping, trotz offensichtlich demolierter Stellen am aufragenden Turm und dem liegenden Ende. Es sind diese Verformungen und Fehlstellen, die Rentmeister zu einem Meister des Nonkonfirmismus machen, dessen Bezugssystem stets die strenge Formensprache der Minimal Art bleibt. Auszug aus einem Text von Birgit Kulmer

Thomas Rentmeister, Square Tube (Looping) 2019, verzinktes Stahlblech, ca. 420 x 675 x 205 cm, Ausstellungsansichten im Park der Burg Lede Bonn, Sommer & Winter 2025




Birgit Kulmer




, Herdecke
curated by
Courtesy

Fotos

Photos from PARROTTA CONTEMPORARY ART's post 17/06/2026

Anna Jermolaewa. Penultimate, 2017
Anna Jermolaewa thematisiert in ihrer Arbeit The Penultimate (2017) die Verbindung zwischen politischen Umbrüchen und deren symbolischer Darstellung durch Pflanzen und Blumen. Die Installation besteht aus neun Pflanzenarrangements, die im Stil klassischer Stillleben präsentiert werden. Jede Blume oder Pflanze steht dabei stellvertretend für eine historische Protest- oder Revolutionsbewegung. Auf den ersten Blick wirken die Arrangements dekorativ und friedlich. Erst bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass sie auf tiefgreifende politische Ereignisse verweisen und die Hoffnung auf gesellschaftlichen Wandel symbolisieren.

Die einzelnen Pflanzen repräsentieren unterschiedliche sogenannte „Farbrevolutionen“ der jüngeren Geschichte. Die Nelke steht für Nelken-Revolution von 1974 in Portugal, bei der das autoritäre Estado-Novo-Regime durch einen weitgehend friedlichen Umsturz beendet wurde. Die Rose verweist auf die Rosen-Revolution von 2003 in Georgien, die zu einem Machtwechsel und demokratischen Reformen führte. Die Orange symbolisiert die Orange-Revolution von 2004 in der Ukraine, bei der gegen Wahlfälschungen protestiert wurde. Die Zeder steht für die Zedern-Revolution von 2005 im Libanon, die den Abzug syrischer Truppen aus dem Land beschleunigte. Ebenfalls im Jahr 2005 fand die Tulpen-Revolution in Kirgisistan statt, die zum Sturz der damaligen Regierung führte. Die Kornblume erinnert an die gescheiterte Kornblumen-Revolution von 2007 in Belarus. Sie wurde zum Symbol der demokratischen Opposition gegen das autoritäre Regime, konnte ihre politischen Ziele jedoch nicht durchsetzen. Der Safrankrokus verweist auf die Safran-Revolution von 2007 in Myanmar, bei der buddhistische Mönche eine zentrale Rolle in den Protesten gegen die Militärregierung spielten. Der Jasmin steht für die Jasmin-Revolution von 2010 bis 2011 in Tunesien, die den Sturz des Präsidenten Ben Ali auslöste und als Ausgangspunkt des Arabischen Frühlings gilt. Der Lotus schließlich symbolisiert die Lotus Revolution von 2011 in Ägypten, die zum Rücktritt von Präsident Hosni Mubarak führte.

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La Biennale di Venezia 2024

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