Robert-Havemann-Gesellschaft e. V.
01/07/2026
Am 1. Juli 1990 trat zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland die Währungsunion in Kraft, womit die D-Mark zum alleinigen Zahlungsmittel in der DDR wurde.
Die Forderungen vieler Bürgerinnen und Bürger die Einführung der zahlungskräftigeren D-Mark zum Umtauschkurs 1:1 einzuführen wurden lauter, wie auch einige der oben abgebildeten Fotos aus unserem Archiv zeigen. Der genaue Umtauschkurs stellte hierbei eine zentrale Frage in den politischen Verhandlungen dar, da dies weitreichende ökonomische und soziale Folgen mit sich brachte.
Die Regierungen einigten sich schließlich darauf, Löhne, Gehälter, Renten und Mieten in einem Kurs von 1:1 umzustellen. Größere Beträge an Erspartem konnten jedoch nur in einem Kurs von 2:1, also zwei DDR-Mark zu einer D-Mark, beziehungsweise im Verhältnis 3:1 getauscht werden. In der Nacht auf den 1. Juli sowie in den ersten Julitagen 1990 bilden sich lange Schlangen vor den Bankhäusern.
11/06/2026
„Ich wünsche mir mehr Transparenz von den Politikern“ sagt ein junger Schüler des Berliner John-Lennon-Gymnasiums.
In unserem aktuellen Podcast-Projekt bringen wir junge Berlinerinnen und Berliner ins Gespräch mit der Politik, besonders in Hinsicht auf die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre. Thematisiert wird dabei immer wieder die Frage: "Was wünsche ich mir von der deutschen Politik und den kandidierenden Politikern?"
Grundlage der Workshops ist eine intensive Vorbereitung mit historischen Materialien aus dem Archiv der DDR-Opposition. Die Jugendlichen sichten Archivquellen zur jeweils interviewten Person bzw. zum thematischen Kontext, entwickeln eigene Fragestellungen und gestalten aktiv den Gesprächsverlauf.
Im ersten Workshop wurde dabei viel darüber diskutiert, was die Jugendlichen von der Politik erwarten und welche Themen sie im Podcast ansprechen möchten.
Denn Demokratie lebt vom Dialog, und davon, dass junge Menschen ihre Fragen selbst stellen. 🔊
29/05/2026
Wie wird Erinnerung gemacht, wer missbraucht sie und welche Rolle kann sie in einer demokratischen Gesellschaft spielen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das 14. Europäische Gedenksymposium des European Network Remembrance and Solidarity (ENRS) .eu vom 27.–29. Mai in Bratislava.
Unter dem Motto „Memory Wars: Facts, Disinformation and the Politics of Remembrance“ diskutierten internationale Expertinnen und Experten über den Umgang mit Geschichte in Zeiten von Desinformation und Künstlicher Intelligenz. Für die Robert-Havemann-Gesellschaft nahm Sebastian Zilm an einem internationalen Panel teil und sprach darüber, wie Geschichte und Erinnerungskultur für junge Menschen ansprechend vermittelt werden können und welche Antworten Erinnerungsinstitutionen auf die Herausforderungen der „Memory Wars“ finden müssen.
Die Tagung hat gezeigt, wie wichtig der europäische Austausch über Erinnerungskultur gerade in einer Zeit ist, in der historische Deutungen zunehmend umkämpft sind.
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