Whistleblower-Netzwerk e.V.

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27/02/2026

Das Arbeitsgericht Braunschweig hat gestern ein Urteil gefällt, das dem gesunden Menschverstand widerspricht. Die ordentliche Kündigung eines VW-Managers wurde für rechtens erklärt.
Der Grund? Er hat interne Informationen und Revisionsberichte an das Landeskriminalamt (LKA) weitergegeben. Diese Berichte wiesen auf vermeintlich erhebliche Gesundheitsrisiken durch krebserregende Stoffe in bestimmten Fahrzeugmodellen hin.
Das Gericht sieht in der Meldung an das LKA einen „gravierenden Verstoß gegen die Rücksichtnahmepflicht“. Die Begründung: Das LKA sei laut Urteil keine „zuständige externe Meldestelle“ im Sinne des Hinweisgeberschutzgesetzes (HinSchG).

Das ist schlichtweg absurd: Whistleblower dürfen nicht aus dem Schutzbereich des Gesetzes fallen, nur weil sie nicht die exakte „ externe Meldestelle des Bundes“ angesteuert haben, sondern eine inhaltlich naheliegende Strafverfolgungsbehörde. Das HinSchG darf keine bürokratische Falle für Zivilcourage sein!

Dieses Urteil zeigt überdeutlich: Das Hinweisgeberschutzgesetz bedarf dringend einer Überarbeitung und rechtlichen Klarstellung. Wer Missstände meldet, braucht Sicherheit – keine Kündigung.

Mehr zum Urteil: https://arbeitsgericht-braunschweig.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/mundliche-verhandlung-in-kundigungsschutzverfahren-zweier-beschaftigter-gegen-die-volkswagen-ag-im-zusammenhang-mit-dem-hinweisgeberschutzgesetz-teilurteil-und-auflagen-und-beweisbeschluss-248999.html
Mehr zum Hintergrund des Urteils: https://whistleblower-net.de/online-magazin/2025/07/01/prozessbeobachtung/

28/01/2026

Herzliche Einladung zur diesjährigen Verleihung des Ellsberg Whistleblower Awards an Andrés Olarte Peña!

Er deckte beim mehrheitlich staatseigenen kolumbianischen Konzern Ecopetrol massive Umweltverbrechen, Vertuschungen und die systematische Überwachung von Aktivist:innen auf. Seine Enthüllungen, die Environmental Investigation Agency (EIA) und BBC publik machten, zeigen exemplarisch, welche fatalen Folgen die fossile Rohstoffförderung hat – und welche Risiken Menschen eingehen, die solche Missstände offenlegen.

Die Preisverleihung im Überblick:
🗓️ Wann: 12.03.2026, 19:00 Uhr 📍 Wo: taz Kantine, Friedrichstr. 21, 10969 Berlin (+ Livestream) 🎤 Programm: Laudatio von Prof. Dr. Harald Welzer, gefolgt von einem Bühnengespräch mit dem Preisträger sowie Recherchepartnern von BBC (tbc) und der EIA. 🤝 Kooperationspartner: Reporter Ohne Grenzen

Der Preis wurde von uns gemeinsam mit der taz Panter Stiftung, der Wau Holland Stiftung und der Reva and David Logan Foundation ins Leben gerufen. Unterstützt wird von einem breiten Netzwerk internationaler Partnerorganisationen: maBhungane Centre for Investigative Journalism, AFRICMIL, Agência Pública, +972 Magazine, Local Call, PODER, PPLAAF und OjoPúblico.

Mehr Infos: https://ellsberg-award.org/de/fuer-2026-nominieren/verleihung-12-marz/

Photos from Whistleblower-Netzwerk e.V.'s post 23/06/2025

Heute ist World Whistleblower Day – ein Tag, an dem wir den Mut derjenigen würdigen, die Missstände aufdecken, meist unter hohem persönlichem Risiko.

Viel zu oft werden Whistleblower stigmatisiert, angegriffen oder allein gelassen – dabei leisten sie einen unschätzbaren Beitrag zum Gemeinwohl, zur Verteidigung von Menschenrechten und zum demokratischen Diskurs.

Mit dem Ellsberg Whistleblower Award setzen wir – gemeinsam mit Partnerorganisationen weltweit – ein Zeichen: Für Anerkennung statt Ausgrenzung, für Schutz statt Repression.

Der Preis ehrt mutige Whistleblower und macht ihre Geschichten sichtbar. Er zeigt, wie wichtig ihr Handeln für eine transparente, gerechte Gesellschaft ist.
Wir freuen uns über Vorschläge für mögliche Preisträger*innen 2025!

Mehr zum Award: https://ellsberg-award.org/
Vorschläge: https://ellsberg-award.missstaende-melden.de/

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