Given Con
23/06/2026
**Von dem Lachs, so im Scaldseat bereitet wird, nach Art der alten Küche beschrieben**
So man guten Lachs aus kalten Wassern empfänget, der sei frisch, fest im Fleische und von hellem Glanze. Man nehme dessen zwei oder drei Stücke und lege sie beiseit, bis der Sud bereitet ist.
Alsdann setze man einen Kessel mit Wasser auf das Feuer und lasse es warm werden, bis es nahe dem Sieden ist. Darin tue man Salz, ein Lorbeerblatt, etliche Körner des schwarzen Pfeffers und ein kleines Bund von Dill oder Petersil, auf dass der Sud Wohlgeschmack und Kraft gewinne.
Wenn das Wasser also gewürzt und heiß geworden ist, doch nicht gar wild siedet, so lege man den Lachs behutsam hinein. Man lasse ihn sachte ziehen im warmen Wasser, bis das Fleisch sich löset in zarten Stücken und nicht mehr roh in seinem Innern ist, was etwa eines Viertels einer Stunde bedarf.
Danach h**e man den Fisch mit Sorgfalt heraus und lasse ihn ein wenig ruhen, dass das Wasser von ihm weiche.
Indes bereite man eine Butter in der Pfanne, lasse sie schmelzen und leicht bräunen, bis sie nussig duftet. Wer will, der füge ein Tröpflein Essig oder Wein-Zitronensaft hinzu und ein wenig Knoblauch, fein zerschnitten, auf dass die Sauce kräftig werde.
Diese warme Butter gieße man über den Lachs, und bestreue ihn mit frischen Kräutern, so er noch warm sei.
Also wird der Lachs zu Scaldseat bereitet, schlicht doch wohlgeschmack, und wird gereicht mit Brot aus Roggen oder Dinkel, oder mit Gemüse aus dem Garten, je nach dem Vermögen des Hauses.
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15/06/2026
Auf dem Markte im Juni sprach der Bauer stolz: „Sehet! Erdbeeren, frühe Kirschen und das letzte Spargelwerk!“ Der Dorfnarr fragte: „Welches ist das größte Wunder?“ Der Bauer sprach: „Dass der Spargel verschwindet, ehe der Nachbar aufgehört hat, davon zu reden.“
13/06/2026
Ein junger Fischer ignorierte die Warnungen der Alten und fischte in einem heiligen Abschnitt eines Flusses, der dem Wassergott Aqua geweiht war. Obwohl er dort außergewöhnlich großen Fang machte, veränderte sich der Fluss in der folgenden Nacht: Im Traum wurde er vom Gott gewarnt, dass er ohne Respekt genommen habe.
Am nächsten Tag war der Fischreichtum verschwunden, das Wasser trüb und der Fangplatz leer. Die Dorfbewohner erklärten dies als Zeichen, dass Aqua seinen Segen entzogen habe.
Der Fischer erkannte seinen Fehler, errichtete einen Schrein für Aqua und begann, den Fluss regelmäßig zu ehren. Nach einer Zeit kehrten Fische und Klarheit ins Wasser zurück, und die Menschen respektierten den Fluss und seinen Gott von da an mit Dankbarkeit.
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