TEMC
03/06/2026
Zur letzten Woche vorgestellten Bauch-/Hüfttasche stellt sich ggf. die Frage, welches Medical Planning derselben zu Grunde liegt.
Bekanntlich geht es bei Medical Planning um die Klärung der folgenden Fragen:
- Wo / Wohin? (Sicherheitslage, Klimazone, Standards)
- Wer? (Team, Teamgrösse, Teamstruktur, Führung)
- Wann? (Zeit, Saison, Regen-, Trockenzeit)
- Wie lange? (Dauer, Phasen, Unterbruch)
- Was? (Auftrag, Auflagen, Besonderheiten)
- Wie? (stationär, mobil, ab- oder aufgesessen)
Da es sich bei der von mir zusammengestellten Bauchtasche um ein Alltags-MEDIC-Pack handelt, das aber auch an Einsätzen zum Tragen kommt, ist das Medical Equipment auf vieles anwendbar, aber nicht auf alles.
Selbstverständlich fehlen bspw. Infusion & Besteck, Stiffneck oder auch Funkgerät, aber die erste Zeit, bis nach ggf. abgesetztem Notruf die regulären Einsatzkräfte eintreffen, lässt sich doch sehr gut damit arbeiten.
Wichtig ist dabei, dass reduntant mitgeführte Effekten (bspw. Rettungsdecke, Tape) auch mittels Improvisation nicht (nur) für den Label-Use angewendet werden. Es gehört schon ein bisschen (Denk-)Arbeit dazu und bedarf einiger Tests, aber die Auseinandersetzung mit der Thematik und möglichen Szenarien macht die Sache an sich schon reizvoll. Und selbstverständlich sollen auch, wenn angebracht oder angezeigt, Optimierungen vorgenommen werden.
Im Lehrgang vom 29. & 30. Aug. 2026 hat es noch einige Plätze frei. Weitere Informationen und Anmeldung auf der Homepage (in der Bio).
stay safe & watch your six!
20/05/2026
Der OODA-Loop ist sowohl im normalen Leben als auch in der Taktik und insbesondere in der taktischen Notfallmedizin kein Theorie-Modell — sondern gelebte Einsatzrealität.
Der OODA-Loop beschreibt den permanenten Entscheidungszyklus unter Stress, Zeitdruck und Bedrohung.
OODA steht für:
• Observe – Beobachten
• Orient – Einordnen
• Decide – Entscheiden
• Act – Handeln
Observe
Was sehe ich? Wo ist die Gefahr? Wie viele Verletzte gibt es? Welche Ressourcen stehen zur Verfügung? Taktische Medizin bedeutet immer: Patient UND Umfeld beurteilen.
Orient
Die Informationen müssen eingeordnet werden.
Was tötet zuerst? Sicherheit oder Behandlung? Hot Zone oder (teil-)sichere Umgebung?
Hier zeigt sich der Wert von Training und Erfahrung (Bauchgefühl nicht ignorieren!)
Decide
Perfekte Entscheidungen gibt es selten.
Entscheidend ist, schnell priorisieren zu können:
• Tourniquet?
• Evakuierung zuerst?
• Atemweg sichern oder Bewegung in Deckung aufnehmen?
Nicht zu entscheiden, kostet oft die meiste Zeit.
Act
Jetzt zählt Umsetzung:
• Blutung stoppen
• Patient evakuieren
• Kommunikation halten
• Team koordinieren
Jede Handlung erzeugt neue Informationen — und der OODA-Loop beginnt erneut.
Wer schnell(er) beobachtet, besser einordnet und konsequent handelt, reduziert Chaos und erhöht Überlebenschancen.
Observe. Orient. Decide. Act.
Nicht perfekt handeln.
Handlungsfähig bleiben.
(achtet Euch mal im täglichen Leben darauf!)
stay safe & watch your six!
13/05/2026
In einem Training, einer Aus-/Weiterbildung oder (m)einem Lehrgang sich freiwillig für eine Übung zu melden und sich zu exponieren, bedeutet weit mehr, als nur „mitzumachen“.
Es bedeutet, Verantwortung für den eigenen Lernprozess zu übernehmen und gleichzeitig anderen dabei zu helfen, etwas zu lernen und besser zu verstehen oder besser zu werden.
Viele zögern, wenn es darum geht, Massnahmen vor der Gruppe zu demonstrieren. Aus Angst, Fehler zu machen. Aus Unsicherheit. Oder weil man nicht im Mittelpunkt stehen möchte. Doch genau dort entsteht oft der grösste Lernerfolg.
Wer sich freiwillig meldet, zeigt Haltung.
Denn Fehler im Training sind keine Schwäche — sie sind ein wichtiger Teil der Ausbildung. Jede gezeigte Massnahme, jede Rückfrage und jede kleine Unsicherheit macht Unterricht greifbar, realistisch und ehrlich. Davon profitiert nicht nur der oder die Freiwillige, sondern die gesamte Gruppe.
Auch Erfahrene (i.S.v. Fortgeschrittene und Instruktoren), sei es in irgendeiner Art von Ausbildung, haben irgendwann mal angefangen und dazu gelernt. Keiner hat’s «mit Löffeln gefressen»! Das sollte man, auf welcher Seite man auch immer steht, nie vergessen!
Nahkampf, Schiessen und auch Notfallmedizin lebt vom Handeln.
Vom Entscheiden unter Druck. Vom klaren (Ab-)Arbeiten trotz Stress. Und genau deshalb beginnt professionelles Verhalten nicht erst im Einsatz, sondern bereits im Training.
Mut zeigt sich nicht nur draussen.
Mut zeigt sich auch dort, wo man bereit ist, vor anderen zu lernen.
Mit diesen wohlgesinnten Worten verabschiede ich mich in den Urlaub und wünsch' Euch ebenfalls eine gute Zeit!
stay safe & watch your six!
08/04/2026
Den letzten Post nehm ich zum Anlass für einen Beitrag zur (maritimen) Hypothermie. Aber, ein Glück, hatte ich letzte Woche keinen solchen Vorfall zu verzeichnen 😊
Hypothermie ist auch beim Schnorcheln oder Baden eine reale und oft unterschätzte Gefahr – besonders, wenn die eigene Belastbarkeit überschätzt wird.
Bereits bei kühlerem Wasser verliert der Körper schnell Wärme (Wasser leitet ca. 25x stärker als Luft). Anfangs fühlt man sich oft noch leistungsfähig, doch mit sinkender Körperkerntemperatur nehmen Koordination, Kraft und Urteilsvermögen unbemerkt ab.
Gerade beim Schnorcheln oder Baden kann das kritisch werden:
Wer sich zu weit vom Ufer entfernt oder die eigenen Reserven falsch einschätzt, gerät schneller in eine Situation, in der der Rückweg nicht mehr aus eigener Kraft möglich ist. Erschöpfung, Kälte und Stress verstärken sich gegenseitig – im schlimmsten Fall bis zur Bewusstlosigkeit im Wasser.
Risikofaktoren:
• kaltes Wasser und/oder lange Aufenthaltsdauer
• Selbstüberschätzung & fehlende Pausen
• allein schnorcheln oder baden
• unzureichender Kälteschutz
Wichtige Grundsätze:
• eigene Grenzen realistisch einschätzen
• nie allein schnorcheln oder baden
• frühzeitig umkehren – nicht „noch ein Stück weiter“
• auf ausreichenden Kälteschutz achten
Fazit: Nicht die Entfernung ist das Problem – sondern der Rückweg. Wer seine Kräfte und die Kälte unterschätzt, bringt sich unnötig in Lebensgefahr.
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