Mag. Dominik Schmidt

Mag. Dominik Schmidt

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21/04/2021

Auch wenn ich, wie in den letzten Posts erwähnt, nicht unbedingt “motiviert” sein muss, um mein Training durchzuziehen, ist es mit hoher Motivation einfacher (vor allem wenn ein “hartes” Intervalltraining am Plan steht).
Als mir heute ein Termin ausgefallen ist, habe ich also die Chance genützt und mein Training vom Abend auf den Vormittag verschoben.

Das schöne Wetter (Sonne und 18 Grad) hat sich auch gleich in der Motivation niedergeschlagen: 7/10.

Viele werden sich jetzt denken: Eh klar. Warum am Abend laufen gehen, wenn das Wetter schön ist? Ist zumindest ein Vorteil von Home Office.

Die Entscheidung, das Training vorzuverschieben ist mir trotzdem nicht leicht gefallen. Mein Arbeitstag hat zwar schon vor 7.00 Uhr begonnen, ich habe aber (die aktuelle Situation hilft da nicht gerade) stets das Gefühl zu wenig zu machen und mehr machen zu müssen.

Dies hat auch dazu geführt, dass ich an meinem pre-Lockdown Nr. 1-Vorsatz, mein Arbeitspensum runterzufahren und endlich wieder einmal Urlaub (der letzte echte Urlaub war eine Woche im Sommer 2019) zu machen, grandios gescheitert bin. Eine Kombination aus Zukunftsängsten, Perfektionismus und Größenwahn haben dazu geführt, dass ich kein ganzes Wochenende, und auch nicht mehr als zwei Tage am Stück frei hatte.

Was würde ich meinen Kundinnen und Kunden in einer ähnlichen Situation raten? Das kann so auf Dauer nicht weiter gehen. Dann würde ich wohl noch so etwas sagen wie: Veränderung ist nicht einfach und dass man Chancen nützen soll, wenn man ein bisschen Spielraum erkennt.

Auch wenn der Urlaub derzeit noch warten muss, fange ich also mal mit kleineren Schritten an. Das Training wurde auf den Vormittag verschoben und im Anschluss habe ich mir noch 20 min Zeit genommen um ein Cool-Down mit Dehnen und Atemübungen zu machen (und gleich etwas aus meiner letzten Ausbildung: Recover to Win ) umzusetzen.

14/04/2021

Mentale Widerstandfähigkeit (“Mental Toughness”)

In letzter Zeit beschäftige ich mich intensiv mit “Motivation” bzw. genauer damit, wie man es schafft, über einen (sehr) langen Zeitraum “dabei” zu bleiben, ein Ziel zu verfolgen.

Ein Konzept, das dabei sehr oft im Mittelpunkt steht ist “Mental Toughness”.

Übersetzt in etwa: “Mentale Widerstandsfähigkeit”, “Robustheit” oder auch “Zähigkeit”.

Auf den Punkt gebracht: Es regnet, es ist kalt, du gehst trotzdem draußen trainieren.

Diese “Fertigkeit” (sie kann kultiviert und gelernt werden) ist durchaus wichtig, zum Extrem getrieben verliert man allerdings die Fähigkeit, neue Informationen in die Einschätzung einer (stets einzigartigen) Situation zu integrieren. Man hat also auf Probleme immer nur die eine, gleiche Antwort:

“wenn ein Hammer dein einziges Werkzeug ist, sieht alles nach einem Nagel aus”

(je nach Quelle nach Mark Twain oder Maslow oder doch Warren Buffett)

Sehen wir uns den gestrigen Abend als konkretes Beispiel an:

Der Arbeitstag war vorbei und ich hatte ein Training geplant. Draußen hat es (wie erwartet) geschüttet. “Dominik trainieren”: Also ab in die Jacke und los gehts!

Auf den ersten Blick ist die Situation ja ident mit dem Tag davor. Doch stimmt das?

es ist nicht 19:00 sondern bereits 20:20
es steht “Work Capacity” am Plan
ich habe die letzten Nächte schlecht geschlafen (irgendwann schläft hoffentlich jedes Kind durch)
ich habe heute noch nicht viel gegessen
meine Frau hat mit dem Essen auf mich gewartet und die Pizza ist fast schon im Ofen

Ziehe ich mein Training also planmäßig durch kann ich frühestens gegen 21:45, alleine eine kalte Pizza essen und komme spät ins Bett.

Was habe ich also getan:

Das Hauptziel des Trainings war eine möglichst hohe “Dichte” (viel Arbeit / Zeiteinheit). Ich habe also die Dichte erhöht und die Dauer von 60 auf knapp 30 min reduziert. So wurden es z.B. 140 LS in 10 min.
Statt Ringe wurden es Griffe, Klimmzüge zu Rudern und statt Walking Lunges (möglich, aber man hat ja Nachbarn) Kniebeugen mit 2 x 16kg.

Punkt 21:00 kann ich mit meiner Frau essen, die Pizza nicht mehr brennheiß und ich habe mir zur Abwechslung nicht mal die Zunge verbrannt.

09/04/2021

Ist eine hohe Motivation immer positiv?

Kurz: Nein. Definitiv nicht, wenn ich am selben Tag noch etwas arbeiten will.

Aber einen Schritt zurück:

Vösendorf, 9.11.2021. 12:45 Uhr: Nach einer gefühlten Ewigkeit ist es wieder mal richtig schön draußen. Es hat heute auch noch gar nicht geschneit!

Nachdem ein Termin ausgefallen ist, habe ich auch tatsächlich ein Zeitfenster, um das Wetter zu nutzen. Nur was soll ich heute trainieren?

Ich erinnere mich an ein Workout, das unser guter Firi vor ein paar Tagen gepostet hat:

5 x 10 Chin Ups, 5 x 20 Liegestütz

Einfach. Elegant.

Aber wie das so ist mit dem Übermut (der Motivation?), dachte ich mir: das ist ja viel zu einfach. Und viel zu Bro (keine Beine). Ergo: einfach Swings und Squats dazu.

Der Plan steht also:

5 Runden à
10 Klimmzüge
20 Liegestütz
20 Swings 16kg
20 Gobletsquats 16kg

Unten angekommen, zuerst der Allergeicheck: geht eh. (Nachträglich gesehen hätte ich da schon einen Verdacht haben können)

Hmm. Irgendwie ist der Wind doch recht stark und es ist nicht so warm, wie es aussieht: Egal. Einfach in Bewegung bleiben. Wie gesagt Motivation 9/10.

Runde 1: Videozeit: "Is eh gmiatlich."
Runde 2: "Vielleicht doch nicht so einfach." Das Adrenalin steigt.
Runde 3: In der Pause springt mich ein vorbeilaufender Hund zähnefletschend an, ich muss ein paar Schritte zurück, der Besitzer kann ihn doch noch an der Leine zurückziehen. Gar nicht so cool. Adrenalin schießt endgültig durch die Decke.
Runde 4 und 5: keine Erinnerung mehr daran. Laut Pulsuhr aber gemacht.

Nach der 5. Runde meldet sich meine Allergie. Da war doch noch was. Nach 5 Minuten bin ich wenigsten wieder in der Lage meine Sachen zu packen und die 16er in den dritten Stock (das war noch nie so weit) zu tragen. Puls 176. Teppich. Hinlegen. Besser!

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